Astrologie - heute

Ein Spiegel der modernen Astrologie ist der Deutsche Astrologen-Verband e.V., der Dachverband der AstrologInnen in Deutschland. Der DAV setzt bestimmte Qualitätsmerkmale für praktizierte Astrologie, und Astrologen können sich freiwillig zu ihnen bekennen. Das Berufsgelöbnis, zu welchem sich übrigens alle geprüften DAV-Mitglieder verpflichten, um das Siegel "Geprüfter Astrologe DAV" zu erhalten, finden sie hier:

  • Ich werde meinen Beruf als beratende Astrologin / beratender Astrologe mit Gewissenhaftigkeit, Sachlichkeit, angemessener Zurückhaltung, Unabhängigkeit und Eigenverantwortlichkeit ausüben.
  • Meine Deutungen und Erklärungen sind astrologisch fach- und sachgerecht begründet. Sollten sich bestimmte Aussagen auf andere als astrologische Erkenntnismittel gründen, werde ich dies den Klientinnen/Klienten offen legen.
  • Die Grenzen astrologischer Aussagemöglichkeiten sind mir bewusst. Moralisch wertende Urteile werde ich nicht äußern. Versuche, die Ratsuchenden zu einem bestimmten Verhalten zu drängen oder sie gar durch beängstigende konkrete Ereignisprognosen unter Druck zu setzen, werde ich unterlassen. Ich werde mich bemühen, meine Aussagen immer so zu formulieren, dass sie den Ratsuchenden Entwicklungs- und Handlungsmöglichkeiten eröffnen und ihre Fähigkeiten stärken, eigenverantwortlich existenzielle Entscheidungen für sich zu treffen.
  • Niemals werde ich irgendeine Konstellation eines Horoskops als "von Natur aus schlecht oder schädlich" hinstellen, und ich will nie etwas voraussagen, was die Ratsuchende oder den Ratsuchenden als Opfer eines unabänderlichen Schicksals erscheinen lässt, am wenigsten einen Todesfall. Niemals werde ich in der Beratung Prognosen über den Todeszeitpunkt eines Menschen machen.
  • Ich werde anvertraute Geheimnisse bewahren und das Vertrauen meiner Klientinnen und Klienten nicht missbrauchen. Ich werde diese nicht übervorteilen und auch sonst keinen unrechtmäßigen Gewinn für mich zu erreichen suchen. Dazu gehört, dass ich nicht ohne Zustimmung der Horoskopeigner im Auftrage Dritter (etwa einer Partnerin / eines Partners oder gar eines Arbeitgebers) Gutachten erstellen werde, die den Horoskopeignern zum Nachteil gereichen könnten. Auch im Falle einer Erziehungsberatung werde ich die Verletzung der Intimsphäre des Kindes auf das im Interesse des Kindes Notwendige beschränken.

Pressemitteilung des Deutschen Astrologen-Verbandes (DAV) zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009

Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat das Jahr 2009 zum "Internationalen Jahr der Astronomie" ausgerufen. Vor 400 Jahren, 1609, richtete Galileo Galilei erstmals ein Fernrohr auf den gestirnten Himmel und schlug damit ein entscheidendes neues Kapitel in der Beobachtungsastronomie auf. Im selben Jahr erschien Johannes Keplers "Astronomia Nova".

Der Deutsche Astrologen-Verband (DAV) begrüßt die Einrichtung des Internationalen Jahres der Astronomie 2009. Vor 400 Jahren waren Astronomie und Astrologie noch ungeteilt. Das gilt insbesondere für Galilei und für Kepler. In Galileis Tagebüchern und Briefen finden sich zahlreiche astrologische Berechnungen und Horoskopdeutungen. Kepler hat Zeit seines Lebens auch als Astrologe gewirkt und hat neben seinen bahnbrechenden himmelsmechanischen Untersuchungen auch die Astrologie seiner Zeit entscheidend weiter entwickelt. Vor 400 Jahren unterrichteten zahlreiche gelehrte Astrologen an den Universitäten Europas.

Das "Dreikönigsfest", das Gläubige aller christlichen Konfessionen jährlich am 6. Januar feiern, verweist auf die sehr alte Einheit von Astronomie und Astrologie. Die "drei Könige", die in Wahrheit sternkundige Weise waren, kamen aus dem Orient, um den neugeborenen Jesus anzubeten: "Wir haben seinen Stern gesehen" (Matth. 2,2). Ohne Astronomie wären die "heiligen drei Könige" wohl sehr viel länger unterwegs gewesen – und ohne Astrologie hätten sie die spirituelle Qualität der Zeit und die Bedeutung der Geburt von Jesus nicht erkannt.

Die Trennung von Astronomie und Astrologie ist der Etablierung eines rein mechanistischen Weltbildes seit Isaac Newton geschuldet. Fortan beschränkte sich die Astronomie ganz auf die materielle Erforschung des Alls und zog sich von der Sterndeutung zurück. während die Astrologie die Sterndeutung vorwiegend im kleinen Raum des Solarsystems betreibt. Wir bedauern diese Trennung und laden beide Seiten, die Astronomie und die Astrologie, dazu ein, sich auf die gemeinsamen Wurzeln zu besinnen.


Heidelberg, 6. Januar 2009

Dr. Christoph Schubert-Weller, 1. Vorsitzender

Deutscher Astrologen-Verband
Wilhelmstr. 11, D-69115 Heidelberg,
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