Die erste Renaissancefürstin und Ehefrau von August I. von Sachsen ist in der Geschichte als Landesmutter überliefert. Sie war viel mehr.
Medizin, Alchemie und Astrologie – auch für die Wissenschaft findet die Landesherrin noch Zeit. In ihren Labors stellt sie eigenhändig Arzneien her, und die "Neue deutsche Biographie" nennt Anna von Sachsen (1532–1585) die "erste Apothekerin Deutschlands". Als fromme und verantwortungsbewusste "Landesmutter" versorgt sie ihre Untertanen ab 1581 in der Dresdner Hofapotheke unentgeltlich mit ärztlichem Rat und den entsprechenden Heilmitteln. Wo sollten die armen Leute denn sonst hingehen, nachdem die Klöster im Zuge der Reformation ihre Pforten geschlossen hatten?
Wie bei den Mönchen ist das "Regnum vegetabile", das Pflanzenreich, immer noch die wichtigste Grundlage der Arzneimittelherstellung. Neu hinzugekommen ist die naturwissenschaftliche Neugier, mit der auch Astrologie und Alchemie für die Pflanzenkunde bemüht werden. Insbesondere die Heilkraft der Pflanzen wird mit den Planeten und geheimen Zauberkräften der Elemente in Verbindung gebracht. Annas eifriger Berater auf diesem Gebiet ist Dr. Paul Luther, Sohn des Reformators und einer der kurfürstlichen Leibärzte.
Geboren wurde der seinerzeit berühmte Astrologe in Dresden. Er war Arzt und hieß mit vollen Namen Dr. med. Herbert Freiherr von Klöckler von Veldegg und Münchenstein.
Er zählt zu den wichtigsten Reformern der Astrologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein dreibändiger "Kursus der Astrologie" gilt als eines der Grundlagenwerke der revidierten Astrologie.
Für ihn war die astronomische Begründbarkeit der Astrologie wichtig, weshalb er die Methoden der Direktion ablehnte. Er stand der Psychologie und überhaupt der Wissenschaft sehr nahe. Dabei bemühte er sich intensiv um empirische Erkenntnisse. Das fand unter anderem Niederschlag in seinem Buch "Astrologie als Erfahrungswissenschaft", in dem er sich eingehend mit statistischen Untersuchungen befasste.
Klöckler wandte sich vor allem gegen jede Form von Determinismus. Für ihn war der Charakter eines Menschen nichts statisch Festgelegtes, sondern einer ständigen Entwicklung unterworfen. Das dem Menschen innewohnende Potenzial betrachtete er als so groß, dass es von den meisten gar nicht ganz ausgeschöpft werden könne. Damit nahm er viele Überzeugungen der modernen Psychologie vorweg.
Er war Maler, Dichter und Astrologe und verbrachte sein leben hauptsächlich in Süddeutschland und Österreich. Sein besonderer Verdienst für die Astrologie ist die Revision nach modernen und psychologischen Gesichtspunkten. Er führte die Deutung zurück auf die eigentlichen Symbolen der Astrologie und damit weg vom "Kochbuchdeuten".
Es war sein Anliegen die (mittelalterliche) Astrologie zu einer modernen "organischen" Wissenschaft und zu einer wahren Menschenkunde zu wandeln, was ihm sehr gut gelungen ist. Mit seiner Arbeit zählt Thomas Ring zu den Vorreitern und Wegbereitern der modernen Astrologie des 20. und 21.Jahrhunderts. Das bedeutendste Resultat seines Schaffens ist das vierbändige Werk "Astrologische Menschenkunde" aus den 50er Jahren.
Astrologe Frank Mehlhop – Astrologie in Dresden • Tel. 0351 / 79 24 222 • E-Mail: mehlhop(at)astrologie-dresden.de